Regionalentwicklung des Bundesstaates Piauí
Brasilien

Regionalentwicklung des Bundesstaates Piauí

Bundesstaat Piauí, Brasilien · 2000–2003

Übergreifendes Engagement zur Regionalentwicklung im brasilianischen Bundesstaat Piauí. Vernetzung lokaler Initiativen und Stärkung struktureller Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung.

Ausgangslage

Piauí ist mit einer flächenmäßigen Ausdehnung von 250.000 km² so groß wie die „alte" Bundesrepublik Deutschland, zählt aber nur etwas mehr als 3 Mio. Einwohner. Der Nordosten Brasiliens gilt mit einem monatlichen Pro-Kopf-Einkommen von durchschnittlich etwa 170,– DM als das Armenhaus des Staates. In Piauí selbst und besonders in der für unser Projekt ausgewählten Region zeigt sich die Situation noch einmal deutlich verschärft.

Aufgrund mangelnder Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten wandern viele junge Menschen aus Piauí in die Ballungszentren von São Paulo und Rio de Janeiro ab. Dort fassen sie in der Regel aber nicht Fuß und vergrößern nur das Heer der Arbeitslosen und Unterprivilegierten.

Intervention

Schon seit 1997 sind wir in dem Munizip São João da Fronteira engagiert und haben dort eine Computerschule aufgebaut. Im März 2000 reiste ein Projektteam nach Piauí und organisierte zusammen mit einer Reihe brasilianischer Träger, wie z. B. SEBRAE und der brasilianischen Entwicklungsbank BNB, Gespräche über mögliche Anknüpfungspunkte für eine Ausweitung des Projektes zur Regionalentwicklung.

SEBRAE ließ daraufhin in vier Munizipien Potenzialstudien durchführen. Es wurden Wirtschaftszweige mit guten Entwicklungsaussichten ausgewählt, die Gründung von Genossenschaften forciert, Mitgliederversammlungen durchgeführt und Leitungsorgane gewählt.

Ergebnis

Wirtschaftszweige mit hohem ökonomischem Potenzial sind weiterentwickelt worden. Der Gewinn bei den vermarkteten Agrarprodukten hat sich für die am Projekt teilnehmenden gut 100 Kleinbauernfamilien um mindestens 30 % erhöht. Eine Vermarktungsgenossenschaft für Agrarprodukte ist gegründet oder konsolidiert worden.

300 Personen haben an Kursen der beruflichen Aus- und Weiterbildung teilgenommen (z. B. Cashewproduktion und -vermarktung, Honigherstellung, Lagerung von Agrarprodukten, Computer, Schreinerei, Bauhandwerk, Kfz-Mechanik). In jedem der fünf Munizipien ist eine Agentur zur lokalen Wirtschaftsförderung gegründet worden.