Handshake – Soforthilfe-App für Familien in Not
Deutschland

Handshake – Soforthilfe-App für Familien in Not

Essen, Dortmund, Wuppertal · 2016–lfd.

Digitales Soforthilfe-Instrument für die aufsuchende Sozialarbeit: Über die von der Stiftung Fairnetzen ehrenamtlich entwickelte App bewilligen Rotary- und Lions Clubs binnen 24 Stunden anonymisiert kleine Geldbeträge, die Sozialarbeiter:innen direkt an Familien in akuter Not auszahlen. Über 500 dokumentierte Fälle, rund 300.000 € Hilfssumme – 100 % der Spenden erreichen Bedürftige.

Ausgangslage

Sozialarbeiter:innen von Jugendamt, Diakonie und Caritas stehen täglich vor Situationen, in denen kurzfristig kleine Geldbeträge den entscheidenden Unterschied machen: eine Taxifahrt ins Frauenhaus, ein Kinderbett, eine Waschmaschine nach Wohnungsverlust, Erstausstattung für ein Neugeborenes. Die öffentlichen Systeme können solche Bedarfe häufig nicht oder nicht rechtzeitig decken. Genau diese Lücke schließt Handshake.

Intervention

Die Stiftung Fairnetzen hat die Handshake-App – intern „Soforthilfe 3.0" – ehrenamtlich entwickelt und stellt sie den teilnehmenden Service Clubs und Städten kostenlos zur Verfügung. Sie ist Eigentümerin der Software, betreibt die Server und übernimmt das User-Management.

So funktioniert die App: Sozialarbeiter:innen beschreiben den Bedarf anonym – Titel, Beschreibung, Betrag, optional ein Foto. Eine ungerade Zahl ausgewählter Rotarier:innen stimmt per Push-Benachrichtigung innerhalb von 24 Stunden ab. Nach Bewilligung heben die Sozialarbeiter:innen den Betrag am Geldautomaten ab und übergeben ihn direkt an die betroffene Person. Die Hilfe wird anschließend in die Fallakte des Sozialamtes übertragen.

Höchstgrenze pro Fall: 500 €. Durchschnittliche Bewilligung: 173 €. Über 96 % der Anträge werden positiv beschieden.

Ergebnis

Handshake verbindet bürgerschaftliches Engagement von Rotary- und Lions-Mitgliedern mit der Expertise kommunaler Sozialarbeit – schnell, unbürokratisch und datenschutzkonform. Das Geld fließt nicht durch Verwaltungen, sondern direkt von der Spenderkasse zur betroffenen Familie.

Seit 2016 wurden über 500 Fälle dokumentiert, mehr als 300.000 € an Hilfssumme ausgezahlt – 100 % der Spenden erreichen Bedürftige. Das Projekt ist in mehreren Städten aktiv und dient als Modell für weitere Regionen.